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Urheberrecht beachten

13.09.2008
Das Thema Duplicate Content wird von SEO-Experten eher technisch diskutiert. Dabei wird die Frage des Urheberrechts zu wenig beachtet. Derzeit haben sich einige Anwälte darauf konzentriert, die Inhalte der eigenen Website akribisch auf Duplikate im Internet zu prüfen. Wurden solche vermeintlichen duplizierten Inhalte gefunden, werden die Betreiber dieser Website abgemahnt.
Sie müssen die Inhalte entfernen, sich schriftlich unter Androhung drakonischer Geldstrafen verpflichten, künftig keine duplizierten Inhalte mehr zu verbreiten und letztlich noch die Anwaltskosten in erheblicher Höhe zahlen.

Es ist bemerkenswert, daß aktuell sogar ein Rechtsanwalt, der eine Dissertation über ungerechtfertige Abmahnungen geschrieben hat, jetzt selbst in dieses Geschäft mit den Abmahnungen eingestiegen ist. Freilich mahnt er nicht selbst ab, da er dafür kein Anwaltshonorar erhalten würde. Diese Arbeit erledigt sein Kanzleikollege, der sich dieser Taten sogar noch in einem Aufsatz in der c't Nr. 19/2008 rühmt.

Aber diese Rechtsprechung wird auch z.B. vom Oberlandesgericht Berlin-Brandenburg geteilt. Die nicht gewerbliche Nutzung der Entscheidungstexte - d. h. die Verwendung der Urteile für den privaten Gebrauch - sei zwar kostenfrei (§ 4 Abs. 7 Justizverwaltungskostenordnung - JVKostO). Aber die redaktionell aufbereiteten einzelne Entscheidungen, z. B. durch Leitsätze oder Schlagworte, seinen urheberrechtlich geschützt.

Auch die öffentlichen Wiedergaben von Einzelentscheidungen zum Zwecke des Ausbaus gewerblicher Datenbanken oder zum Zwecke des Weiterverkaufs seien in jedem Falle untersagt.

Da der Umgang mit Duplikaten im Internet noch nicht abschließend durch den Gesetzgeber oder das Chefgericht geklärt ist, sollten alle Texte vor der Veröffentlichung mit geeigneter Software auf "duplicate content" geprüft werden.

Derzeit kommt es noch auf die genaue Wortwahl an. Den gleichen inhaltlichen Gedanken darf man veröffentlichen, nur nicht den identischen Text.
- Wie hoch muß die schöpferische Kraft eines Texte sein, um ein Urheberrecht zu begründen?
- Wie hoch ist der (Streit-) Wert eines Textes?
- Wie viele Zeichen oder Worte muß ein Text umfassen, um als Duplikat Gegenstand eines Rechtsstreits zu sein?
- Sind einzelne übernommene Sätze schon Duplikate?
- Wieviel Prozent der Wörter dürfen übereinstimmen?
- Dürfen einzelne Wortkombinationen übereinstimmen?
- Dürfen ganze Sätze übereinstimmen?
- Wieviel Prozent Übereinstimmung ist zulässig?
- Wie der Prozentsatz der Übereinstimmung an der Textlänge mit oder ohne Leerzeichen berechnet?
- Werden Satzzeichen (z.B. ".") oder Sonderzeichen (z.B. "#") berücksichtigt?

Freilich ist jeder Schwellwert willkürlich und läßt sich durch geeignete Kombination der Merkmale ad absurdum führen.

Das Internet, das einst zur freien Kommunikation gegründet wurde, verliert hier den Sinn. Zunehmend schränkt die Rechtsprechung diese freie Kommunikation ein. Wenn künftig jeder Textbeitrag vor der Veröffentlichung auf duplicated content geprüft werden muss, um durch abstruse Wortakrobatik die Kriterien einer dublettenfreien Veröffentlichung zu erfüllen, werden sich Heerscharen arbeitsloser Juristen auf dieses Gebiet stürzen, um mit Abmahnungen Geld zu machen.

In der Auftrags-Auktionsplattform my-hammer.de werden fast täglich Aufträge zur Textgenerierung ausgeschrieben. Die Preise für einen uniquen Text von ca. 500 Zeichen liegen zwischen 1,50€ - 3,00€. Wenn die Richter allerdings diese Marktpreise für Texte zur Kenntnis nehmen, rechnen sich die Abmahnungen nicht mehr.

Zusammenfassung

Duplikate werden zu einem ernst zu nehmen Problem im Internet.

Dr. Wolf Blass und Sabine Blass

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