StartseiteSEO

Selbstmordstrategien für Website-Betreiber

21.04.2008
Zwar greifen die Google Algorithmen zur Bekämpfung nicht regelgerechter Suchmaschinenoptimierung immer besser, aber immer noch glauben einige oberschlaue SEO-Sünder, Google austricksen zu können. Wenn die Website dann aus dem Index genommen wurde oder 950 Rangplätze tiefer sitzt, ist das Wehgeschrei groß. Verantwortungsvolle SEOs wissen das und empfehlen ihren Kunden daher nur die von Google legalisierten Methoden der Suchmaschinenoptimierung.

Sechs Selbstmord-Strategien für Webseiten-Betreiber

1. Falsches Linkbuilding
PageRank erhält man wesentlich durch Backlinks von anderen Webseiten. Sind diese Websites aber bereits von Google abgestraft, führt diese "Bad Neighbourhood" zum Downgrading der eigenen Seite; ebenso wie die Mitgliedschaft in kommerziellen Linknetzwerken und Partnerprogrammen, über die man Links tauschen kann. "Ich kaufe mir 100 Links für X Euronen." ist diese typische Selbstmord-Strategie.

2. schnelles Linkbuilding
Reputation erwirbt man sich nicht von heute auf morgen. Ausgehend von diesem (akademischen) Grundgedanken, beachtet Google ein schnelles Linkwachstum mir Argwohn. Jeden Tag 100 neue Links führen mit Sicherheit in die Sandbox. Das Linkbuilding sollte mit Bedacht erfolgen.

Verlinkung auf andere Seiten ist übrigens auch gegen den Willen des Verlinkten erlaubt (OLG Celle, Beschl. v. 15.02.2007 - 13 U 4/07).

3. Linknetze
Google erkennt schnell die Vernetzung von Seiten, die auf der gleichen IP-Adresse oder IP-Adressebene oder beim gleichen Provider liegen. Die gegenseitige Verlinkung solcher Seiten, die gegen die Google-Richtlinien verstoßen, ist nicht mehr sinnvoll.

4. Keyword Stuffing
Man sollte auch nicht versuchen, durch übermäßigen Keyword-Einsatz eine gute Platzierung zu erzwingen. Durch die Verwendung "optimaler" Linktexte, wirkt eine Seite sehr schnell überoptimiert. Der Spider merkt das und man verliert wieder einige Punkte der SERP. Versteckte Links (weiße Schrift auf weißem Hintergrund) werden von Google besonders negativ gewertet.

5. automatisierte Anfragen
Angesichts der über 100 Millionen Suchanfragen täglich allein aus Deutschland, versucht Google überflüssige Anfragen zu kanalisieren.
Daher werden häufige (unnütze) reine Analyse-Anfragen, beispielsweise nach dem aktuellen PageRank, gezählt und führen ab einer bestimmten Grenze zur Senkung des PageRanks, bzw. zur Sperrung der IP-Adresse.

Diese Tools sollten daher nur gelegentlich eingesetzt werden, wenn wirklich eine Änderung vermutet wird.
Eine IP-Sperre ist übrigens auch in Deutschland erlaubt, wenn die Angebote in unverhältnismäßiger Weise in Anspruch genommen werden (OLG Hamm, Urt. v. 23.10.2007 - 4 U 99/07)


6. Redirects
Google bringt die Verwendung von Meta- oder Java-Script-Redirects
in Verbindung mit Doorway-Pages. Damit kommt Ihre Website in höchste Gefahr. Die Seiten von BMW und Ricoh sind wegen dieser Doorway-Pages aus dem Google-Index geflogen.
Korrekt ist die Weiterleitung einer Seite mit dem "301 permanent redirect" in der .htaccess-Datei.
Welche Strafen hat Google?
Der Sanktionskatalog unterscheidet "Abstrafung" und "Ausschluß".


Abstrafung (Penalty)
Bei leichteren Vergehen gegen die Google Regeln, bleibt die Seite zwar im Google Index, wird aber um einige Plätze nach hinten verschoben, verliert also SERP.
Diese Strafen sind als Google -6 und Google -950 bekannt geworden.

Ausschluß (Ban):
Der Ausschluß aus dem Index ist die Todesstrafe für eine Website, denn alle Seiten einer Website werden aus dem Index gelöscht und damit nach einer Suchanfrage nicht mehr angezeigt.

Folglich wendet Google diese Strafe nur bei schweren Verbrechen an, wie Keyword-Spam oder Linkfarmen im größeren Stil. Berühmt für diesen Ausschluß wurde die BMW-Seite, die wegen Doorway-Pages aus dem Index flog.

Selbstjustiz
Im Regelfall werden die Webseitenbetreiber nicht über die Sanktionen und Regelverstöße informiert. Das ist eine elementare Verletzung des Grundrechts auf rechtliches Gehör.

Rechtsstaatlich problematisch bei dieser Selbstjustiz ist weiterhin die Intransparenz der Regeln und Sanktionen. Google argumentert zwar, durch die Offenlegung der Regeln und Sanktionen könne das System unterlaufen werden. Dieses Argument überzeugt aber nicht, denn auf einem entsprechenden Abstraktionsgrad der Formulierung bliebe der Algorithmus weiterhin intransparent.

Da die Google-Server jedoch nicht in Deutschland stehen, können weder die Zulässigkeit dieser Praxis noch andere Fragen vor deutschen Gerichten geklärt werden.


Zusammenfassung
Die sechs erfolgreichsten Selbstmord-Strategien für Webseiten-Betreiber und die entsprechenden Reaktionen von Google werden verdeutlicht.

Dr. Wolf Blass

Kommentare

Hier klicken, um einen Kommentar zu schreiben

zu Sitemap zur SEO Artikelverzeichnisse
© suma-pro.de (2007- Mit Suchmaschinenoptimierung nach dem
SEO MASTERPLAN
und gutem Shop-Design auf die erste Seite
Datum der letzten Änderung