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Kosten im Detail

20.10.2010 (4.Update seit 15.02.2008)
Häufig findet man bei selbstständigen Dienstleistern anfänglich unrealistisch niedrige Angebotspreise. Erst wenn dann die Miete nicht mehr bezahlt werden kann, reibt sich mancher erstaunt die Augen. Warum machen über die Hälfte der Jungunternehmer innerhalb der ersten 5 Jahre pleite? In erster Linie wegen der "fehlenden kaufmännischen Planung", also mangels Rentabilität.

Die Angestellten-Perspektive

Das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt eines Angestellten betrug im Jahr 2006 in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 3510 Euro, das ergibt bei Unverheirateten netto ungefähr 2.042 EURO, bzw. 11,87 € pro Arbeitsstunde.

Da ärgert man sich über die Handwerker-Rechnung von 45 Euro pro Stunde, von "unverschämten" Berater-Honoraren über 100 Euro und mehr ganz zu schweigen.
Die müssen doch ganz dick verdienen? Warum sind sie sonst so teuer?

SEO ist anwendungsbezogene Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Nach einer Studie aus 7.2007 von PersonalMarkt ergeben sich durchschnittliche Einstiegsgehälter von Forschern und entwicklern in der Industrie von 45.000€ jährlich, bei Softwareunternehmen 44.400€. In den Forschungseinrichtungen des Öffentlichen Dienstes werden hingegen nur 36.700€ jährlich gezahlt.

Promovierte Berufseinsteiger kommen auf Jahresgehälter von 48.000€, der Master bringt 43.000€, das alte Diplom 42.400€ und der Bachelor 42.000€.
Mit zunehmender Berufserfahrung steigen dann die Bezüge. Nur die jährliche Alimentation der beamteten Professoren bleibt deutlich niedriger als vergleichbare Positionen in der freien Wirtschaft.


Die SEO Perspektive

Aus der Sicht des Unternehmers ergibt sich ein anderes Bild.
Um den Unternehmerlohn zu errechnen, sind die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung zuzurechnen: + 710 Euro (20,2%) Dazu kommen dann eigentlich noch die betrieblichen Zuwendungen wie vermögenswirksame Leistungen, Verpflegungs- und Fahrtkostenzuschüsse oder gar Betriebsrenten.

Zusätzlich sind die nicht-fakturierbaren Stunden für die Akquisition (20%) und mindesens 10% für die Arbeitsorganisation zu berücksichtigen, die den Kunden nicht in Rechnung gestellt werden können.
Weiterhin sind die notwendigen Betriebskosten zu erwirtschaften: Raumkosten, Betriebsmittel, Betriebsversicherungen insbesondere die betriebliche Haftpflicht, Telekommunikation, Reisekosten, Weiterbildung, Aushilfen, Controlling und Buchhaltung, Steuer- und Rechtsberatung; zurückhaltend mit 15% kalkuliert. Zusammen sind das 45% der Arbeitsstunden.

Von den verbleibenden 55% der Arbeitszeit kann im Glücksfall absolut 40% der Stunden verkauft werden. Zum einen fließen die Aufträge eben nicht gleichmäßig und angestellte SEOs zu auftragsabhängigen, variablen Arbeitszeiten zu motivieren ist sehr schwierig - und teuer. Zum anderen ist die innerbetriebliche Kommunikationszeit extrem wichtig für die Selbstmotivation der SEOs.

Hochgerechnet ergeben dies Jahreskosten von
=[(3510€+710€)*12] *1,6
= 3510€*1,202*12*1,6
= 81.024 EURO.

Ausgehend von 365 Kalendertagen abzüglich Wochenenden (104 Tage), Feiertagen (14 Tage), dem üblichen Tarifurlaub des Angestellten (30 Tage) und krankheitsbedingte Fehlzeiten (10 Tage) verbleiben 207 Arbeitstage pro Jahr, bei 8 Stunden pro Tag also 1656 Stunden.

Um auch "nur" das Gehalt eines durchschnittlich qualifizierten deutschen Angestellten zu erzielen muß der Unternehmer seriös und zurückhaltend kalkuliert
81.024 EURO / 1656 Stunden=49 Euro in Rechnung stellen. Der Unternehmer-Gewinn, die Risikovergütung und die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals sind dabei nicht berücksichtigt.

Korrekter Weise sind SEOs aber keine "Durchschnittsangestellten" mit Mittlerer Reife, sondern haben ein Studium absolviert. In der Zeit des Studiums haben sie das Durchschnittsgehalt ihres Studiengangs nicht verdient, sondern stattdessen den eigenen Unterhalt durch die Eltern oder durch Erwerbsarbeit selbst finanziert, häufig auch durch Studiendarlehen - sehen wir einmal von den absolut wenigen Stipendiaten ab.

Je nach Studiengang ergibt sich dann ein differenziertes Bild. SEOs und SUMAs rekrutieren sich im wesentlichen aus den Studiengängen Medien-Kommunikation, Marketing, Informatik, Psychologie, Soziologie, Betriebswirtschaft. Entsprechend wurden die Daten des Statistischen Bundesamtes analysiert. Bei der Promotion wurde kalkulatorisch von 2 zusätzlichen Jahren ausgegangen. (Wir füllen die Tabelle im Laufe der Zeit)

Daraus ergeben sich nach obigem Kalkulationsmodell die Selbstkosten für Stundensätze nach Studienabschlüssen.

Studiengang, Studiendauer und Kosten

Studienfach Studien- dauer in Semester Median Unterhalt (640€ mtl.) Verdienst- ausfall durch Studium individuelle Kosten des Studiums Break-even ab Netto- gehalt bei 40 Arbeits- jahre) Break-even ab Brutto- gehalt bei 40 Arbeits- jahre) Brutto Stundensätze Selbstkosten
Medien| Kommunikation Promotion 16,1 61.824€ 208.403€ 270.227€ 29.912€ 57.600€/ 4.800€ mtl. 67€
Diplom 12,1 46.464 € 162.091 € 208.555 € 28.370 € 51.600€ / 4.300€ mtl. 60 €
Fachhochschule 9,5 36.480 € 115.780 € 152.260 € 26.962 € 48.600€ / 4.050€ mtl. 56 €
Bachelor 6,3 24.192 € 92.624 € 116.816 € 26.076 € 46.800€ / 3.900€ mtl. 54 €
Master 9,9 38.016 € 115.780 € 153.796 € 27.001 € 49.200€ / 4.100€ mtl. 57 €
Marketing BWL Promotion 15,3 117.504€ 185.247€ 302.751€ 30.725€ 57.120/ 4.760 € mtl. 66 €
Diplom 11,3 86.784 € 138.936 € 225.720 € 28.799 € 51.120 € / 4.260 € mtl. 59 €
Fachhochschule 9,1 69.888 € 115.780 € 185.668 € 27.798 € 49.080 € / 4.090 € mtl. 57 €
Bachelor 6,9 52.992 € 92.624 € 145.616 € 26.796 € 46.920 € / 3.910 € mtl. 54 €
Master 10,1 77.568 € 138.936 € 216.504 € 28.569 € 50.520 € / 4.210 € mtl. 59 €
Wirtschafts-/Medien-/Informatik Promotion 15,8 121.344 € 185.247 € 303.519 € 30.821 € 57.240 € / 4.770 € mtl. 66 €
Diplom 11,8 90.624 € 138.936 € 229.560 € 28.895 € 51.240 € / 4.270 € mtl. 60 €
Fachhochschule 9,4 72.192 € 115.780 € 187.972 € 27.855 € 49.200 € / 4.100 € mtl. 57 €
Bachelor 7,2 55.296 € 92.624 € 147.920 € 26.854 € 46.800 € / 3.900 € mtl. 54 €
Master 10,9 83.712 € 138.936 € 222.648 € 28.722 € 51.000 € / 4.250 € mtl. 59 €
Psychologie Promotion 16,7 64.128 € 208.403 € 272.531 € 29.969 € 56.400 € / 4.700 € mtl. 66 €
Diplom 12,7 48.768 € 162.091 € 210.859 € 28.427 € 50.400 € / 4.200 € mtl. 59 €
Fachhochschule 9,9 38.016 € 115.780 € 153.796 € 27.001 € 47.400 € / 3.950 € mtl. 55 €
Bachelor 9,9 38.016 € 115.780 € 153.796 € 27.001 € 47.400 € / 3.950 € mtl. 55 €
Master 9,3 35.712 € 115.780 € 151.492 € 26.943 € 47.400 € / 3.950 € mtl. 55 €
Lehramt 12,5 48.000 € 162.091 € 210.091 € 28.408 € 50.400 € / 4.200 € mtl. 59 €
Soziologie Promotion 16,8 64.512 € 208.403 € 272.915 € 29.979 € 56.400 € / 4.700 € mtl. 66 €
Diplom 12,8 49.152 € 162.091 € 211.243 € 28.437 € 50.400 € / 4.200 € mtl. 59 €
Bachelor 6,5 24.960 € 92.624 € 117.584 € 26.096 € 45.600 € / 3.800 € mtl. 53 €
Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik Promotion 15,4 118.272 € 185.247 € 303.519 € 30.744 € 57.240 € / 4.770 € mtl. 66 €
Diplom 11,4 87.552 € 138.936 € 226.488 € 28.818 € 51.240 € / 4.270 € mtl. 60 €
Fachhochschule 9,4 72.192 € 115.780 € 187.972 € 27.855 € 51.000 € / 4.250 € mtl. 59 €
Bachelor 9,4 72.192 € 115.780 € 187.972 € 27.855 € 49.200 € / 4.100 € mtl. 57 €
Master 5 38.400 € 69.468 € 107.868 € 25.853 € 45.240 € / 3.770 € mtl. 53 €
Quelle: Statistisches Bundesamt 2006, eigene Berechnungen            


Qualität hat ihren Preis

Die Hälfte der Medienwissenschaftler studiert je nach Studiengang zwischen 6,3 und 12,1 Semester. Beim gesetzlichen Mindestunterhalt für Studenten von 640€ monatlich wenden sie dafür insgesamt zwischen 24.192 € und 46.464 € Euro auf. Da sie nicht arbeiten, entgeht ihnen der durchschnittliche Angestelltenverdienst je nach Studiendauer in einer Höhe zwischen 24.192 € und 46.464 €. Das führt zu den individuellen Studiengesamtkosten zwischen 116.816 € und 208.555 €. Ohne Berücksichtigung einer Verzinsung dieses Bildungs-Investments rechnet sich das Studium in diesem Studiengang, sofern in den 40 Jahren nach Studienende mindestens zwischen 26.076 € und 28.370 € netto jährlich verdient wird. Das entspricht bei Steuerklasse I und gesetzlicher Sozialversicherung Bruttojahresgehältern zwischen 46.800€ und 51.600€ - oder monatlich 3.900 bis 4.300€.

Interessanterwiese zeigt sich hier, daß der dem Diplom vergleichbare Master zu deutlich niedrigeren Kosten erreicht wird, etwa zu den Kosten eines Fachhochschulstudiums. Das Bachelor Studium soll zwar in der Hälfte der Studienzeit des Master-Studiengangs absolviert werden, tatsächlich wird nur ein Drittel der Studienzeit des Master-Studiengangs eingespart und entsprechend auch nur ein Drittel der individuellen Kosten.

Erwartungsgemäß studiert die Häfte der Soziologen (12,8 Semester) noch länger als die Psychologen (12,7 Semester) im Diplomstudiengang. Die Häfte der BWL/Marketing-oder Wirtschafts-/Medien-/Informatik- oder Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik-Absolventen beendet das Studium ca. 1,5 Semester schneller. Damit saldieren die mittleren Kosten des Studiums sogar bei den schnellen Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik-Absolventen auf 226.488€.

Werden die betrieblichen Kosten berücksichtigt, sind die Studiengänge erst rentabel ab den "Brutto Stundensätze Selbstkosten". Entsprechend hoch ist der betriebliche Stundensatz von 60€, den die Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik-AbsolventenAbsolventen verdienen müssen, allein um die Kosten des Studiums samt Verdienstausfall zu kompensieren.

Unberücksichtigt sind dabei Unternehmergewinn, Risikovergütung, Verzinsung.
Unberücksichtigt sind weiter die Erhöhungen der Stundensätze aufgrund der Berufserfahrung und des Studienabschlusses. Wie etwas aus den Stundensätzen bei GULP ersichtlich, steigen die Stundensätze mit zunehmender Berufserfahrung und bei besserer Qualifikation deutlich an.

Vereinfacht ausgedrückt:
Ein Mittzwanziger ist billiger als ein Mittvierziger, da der für dieselbe Arbeit in gleicher Qualität deutlich länger braucht.

Der Promovierte erbringt dieselbe Leistung in deutlich kürzerer Zeit als der Bachelor. Ein eher formal ausgebildeter bringt höhere Leistungen als als eher kommunikativ ausgebildeter Akademiker.

Letztlich ist es aber dem Kunden gleich, denn er zahlt dem Betrieb einen Durchschnittsstundensatz. Ob dabei ein Fachhochschüler oder ein Diplomierter die Aufgabe angeht, ist dem Kunden auch egal - vorausgesetzt, die Qualität stimmt.

Freilich findet man auch auf Kundenseite (z.B. in my-hammer-Ausschreibungen) immer wieder Träumer, die glauben, man könne einen individuellen E-Shop mit 1000 Artikeln für 1000€ oder 100 Artikel für 100 € aufsetzen; Webshop plus 1€ pro Artikelfoto + Artikelbeschreibung ;-) . Manche träumen von Kosten für das Schreiben eines Google-adäquaten Artikels für 2 Euronen. ("100 Artikel für 200€") Einige fordern in frühkapitalistischer Manier chinesische Stundensätze von 10 Cent oder gar vietnamesische Stundensätze von 9 Cent.

Können diese ehrenwerten vietnamesischen oder chinesischen Hilfsarbeiter aber auch Texten in deutscher Sprache?

Besonders Schlaue möchten dann "5 kostenlose Probetexte" - für lau. (Wofür präsentieren die Texter-Anbieter wohl ihre Webseiten?)

Häufig sind es auch ältere zwangsselbständige "Jungunternehmer", die hier auf Dummenfang gehen.

Rentable Studiengänge

Es liegt nahe, die durchschnittlichen Jahreseinkünfte der Abiturienten ohne Studium zu ermitteln (=23.156€) und den mittleren Einkünften pro Studiengang-Abschluß gegenüber zu stellen. Unter Vernachlässigung der Zinseffekte läßt sich daraus leicht die Amortisation pro Studiengang-Abschluß in Jahren berechneen.

Wieviel Jahre dauer es, bis die Kosten des Studiums durch den Mehrverdienst ausgeglichen sind? Zur transparenteren Übersicht ist die folgende Tabelle aufsteigend sortiert.


Aufgrund kurzer Studienzeit und höherer Einkommen sind der MA in Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik und der BA in Medien- und Kommunikationswissenschaften die rentabelsten Studiengänge, denn sie machen sich für die Absolventen in weniger als 5 Jahren bezahlt. Interessanterweise folgt auf dem 3. Platz der Bachelor in Soziologie, der sich in etwas über 5 Jahren amortisiert. Da sich die Professoren noch nicht auf die Studieninhalte einigen konnten, gibt es bis heute keine Master-Studiengang in den Sozialwissenschaften obwohl die Diplomstudiengänge in allen Fächer aufgrund des Bologns-Abkommens geschlossen wurden und auslaufen.

Auf den letzten Plätzen bummeln mit über 8 Jahren Amortisationszeit die Diplomstudiengänge, besonders BWL/Marketing.

Diese Analyse betrifft nur die Studiengänge aus denen sich SEOs rekrutieren. Freilich ergeben sich für andere technisch-orientierte Studiengänge noch kürzere und für die geisteswisschenaftlich-sprachlich-kulturellen Studien deutlich längere Amortisationszeiten.
Alle Studiengänge rechnen sich jedoch nach einigen Jahren für die Absolventen, sofern sie eine ausbildungsgemäße Anstellung finden.

Amortisation von Studiengängen

Studienfach Break-even in Jahren
Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik Master 4,9
Medien | Kommunikation Bachelor 4,9
Soziologie Bachelor 5,2
Medien| Kommunikation Master 5,9
Medien| Kommunikation Fachhochschule 6,0
Marketing BWL Bachelor 6,1
Psychologie Master 6,2
Psychologie Bachelor 6,3
Wirtschafts-/Medien-/Informatik Bachelor 6,3
Psychologie Fachhochschule 6,3
Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik Fachhochschule 6,8
Marketing BWL Fachhochschule 7,2
Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik Bachelor 7,2
Wirtschafts-/Medien-/Informatik Fachhochschule 7,2
Medien| Kommunikation Diplom 7,3
Psychologie Diplom 7,7
Psychologie Lehramt 7,7
Soziologie Diplom 7,8
Marketing BWL Master 7,9
Wirtschafts-/Medien-/Informatik Master 8,0
Marketing BWL Diplom 8,1
Wirtschafts-/ Mathematik/Statistik Diplom 8,1
Wirtschafts-/Medien-/Informatik Diplom 8,2
Quelle: Statistisches Bundesamt 2006,  


Durchsetzbare Stundensätze

Das einzige was SEOs tatsächlich zu verkaufen haben, ist ihre Lebensarbeitszeit. Jede abgelaufende unbezahlte Stunde ist endgültig vergangen. Die Zeit rennt.

Daher ist es sinnvoll, sich an den auf dem Markt durchgesetzten Stundensätzen zu orientieren. Für Informatik-Leistungen bietet sich dabei der Stundensatz-Kalkulator der Freiberufler-Projektbörse GULP an, in der die Stundensätze realisierter Vorhaben zur Auswertung gespeichert sind.

Mittelwerte und Spannweiten von 3 Tätigkeiten im Februar 2008
"SEO" Ø-Stundensatz 52 EUR (30€-75€)
"Datenbankentwicklung 61 € (50€-78€)
"Scoring" Ø-Stundensatz 98 EUR (75€-120€)

Auch hier zeigt sich die stark nach Tätigkeiten differenzierte Honorierung. anhand unserer Kalkulation kann man auch leicht nachweisen, daß die "SEO" Stundensätze entweder von niedrig Qualifizierten angeboten werden, oder die Freiberufler in betrieblicher Kostenrechnung wenig geübt ist. Diese Unternehmen tendieren dazu - wie auch die Bauern - ihre Leistungen unterhalb der "Herstellungskosten" zu verkaufen.

Freilich gibt es reichlich Unternehmer, die genau diese Situation schamlose ausnutzen. Wir haben reichlich Anfragen nach SEO-Leistungen für Stundensätze zwischen 5 und 8€ gesammelt. Die Texte von my-hammer Anbietern sind ebenfalls voll Gejammere über die "schlechten SEO-Leistungen" für die man doch umgerechnet "volle 5€" pro Stunde gezahlt habe. Die gleichen Anbieter sind häufig auch nicht bereit (in der Lage) mindestens 2.000€ monatlich für Google Adwords sponsored links zu investeren. Diese Grenze ist übrigens ein sehr treffsicheres k.o.-Kriterium bei der telefonischen Kundenaquise.

Für Multimedia-Dienstleistungen liegt der iBusiness-Honorarleitfaden vor, der die verschiedenen Dienstleistungen aufschlüsselt.

In der Branche kursieren neben den Stundensätzen auch noch andere Preismodelle, denn bestimmte schöpferische Leistungen lassen sich nach langen Versuchsreihen so automatisieren, daß sie Ihre Entwicklungskosten amortisieren.

Lohndumping

Nicht unerwähnt bleiben soll hier die Tendenz einiger Arbeitgeber oder Auftraggeber zum Lohndumping.
Im Rahmen der Globalisierung und europäischen Integration ist Oursourcing chic geworden. Viele innerbetrieblichen Leistungen werden in Niedriglohnländer verlagert. Nachdem sich das Farshoring in die asiatischen Länder als nicht ganz unproblematisch erwiesen hat, besteht ein Trend zum Nearshoring in die osteuropäischen Länder. Beispielsweise in Rumänien arbeiten gut ausgebildete Softwareingeniere für "Spitzenlöhne" von 10€ pro Stunde. Schlaue Arbeitgeber verlagern Softwareentwicklung und Suchmaschinenoptimnierungsausfgaben in diese Länder. Bei der nächsten Lohnrunde werden die in Deutschland verbliebenen Arbeitnehmer mit diesen Löhnen konfrontiert. Freiberufler in Deutschland sollen für diese "alternativen Stundensätzen" arbeiten. Uns liegen entsprechende Angebote unterhalb der Harz IV-Sätze vor.

Gesetzgeber und Bundesarbeitsgericht einen hohen Damm gegen Lohndumping errichtet.
Hungerlöhne werden gem. § 291 StGB wegen "Lohnwucher"mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren bedroht.
Das BAG (Urt.v. 23.05.2001) hält eine Vergütung bei Softwareingenieuren unterhalb von 2/3 der "üblichen Vergütung" (§612 BGB) als unzulässig.
Auch bei SEO-Leistungen werden in bestimmten Portalen Aufträge zu Hungerlöhnen ausgeschrieben.

Aber leider schlagen viel zu wenige eifrige Staatsanwälte mit einem Hammer auf diese Angebotsportale mit Lohndumping-Angeboten durch.
Der Gesetzgeber ist daher der Pflicht, Regelungen einführen, schon die Auschreibungen unterhalb von 2/3 der üblichen Vergütung zu untersagen und die Verantwortlichen dafür bestrafen. Aber leider wird in Deutschland der Resozialisierungsauftrag des Strafvollzugs (§ 2 StVG) viel zu wenig für entsprechende arbeitstherapeutische Maßnahmen genutzt. Daher sollte die Öffentliche Hand auch verpflichtet werden, jährlich einen bestimmten Bruchteil Ihrer Aufträge nach JVA-beschränkten Wettbewerbsausschreibungen in die arbeitstherapeutischen Strafvollzugsanstalten zu vergeben.

Ist es die Not oder schlichte Geldgier, die Arbeitgeber und Auftraggeber zu Dumping-Angeboten treibt?
Wie weit muss man moralisch gesunken sein, um Leistungserbringern nicht einmal den Lohn für das Lebensnotwendige zu gönnen?

Zusammenfassung

Die Selbstkosten der Ausbildung eines akademischen SEO werden in einer Studie zur Amortisation von Studiengängen empirisch belegt. Die Durchsetzbarkeit anhand der realen SEO-Preise nachgewiesen. Die Tendenz zum Lohndumping wird hinterfragt.

Dr. Wolf Blass

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